Immer wieder werde ich gefragt, was denn die Menschen für Probleme haben, wenn sie zu mir kommen. Hier ein paar Beispiele aus meinen Seminaren und Coachinggesprächen…

Da gibt es den jungen Mann, der sehr wenig Erfahrungen mit Frauen hat und sich mittlerweile kaum noch traut, Frauen kennen zu lernen. Nicht aus Angst, dass sie ihn zurückweisen könnten, sondern aus Angst, ihren Ansprüchen nicht genügen zu können. Hier geht es darum, ihn zu ermutigen, zu seinen vermeintlichen Schwächen zu stehen, und somit aus diesem Teufelskreis „mangelnde Erfahrung – Angst vor Versagen“ auszusteigen.

Da gab es einen Mann, der einfach wieder mehr Sex mit seiner Freundin haben wollte. Nach einigen Gesprächen stellte sich heraus, dass diese Freundin vermutlich schwer psychisch krank ist. Die Gespräche mit diesem Mann musste ich beenden und ihn an andere Fachleute weiterleiten, da dies eine so spezielle Thematik ist, bei der ich nicht weiterhelfen konnte.

Da gibt es das Ehepaar, das nach anstrengenden Jahren endlich wieder mehr Zeit füreinander hat. Sie möchten auch im Bett wieder zueinander finden, aber aus irgendeinem Grunde gelingt es ihnen immer nicht. Irgendetwas kommt immer dazwischen. Jetzt lernen die beiden, sich einfach ihre Wünsche „zuzumuten“ und nicht einfach aus Angst, den anderen möglicherweise zu verletzen, die Wünsche oder auch Befürchtungen zu verschweigen. In den Gesprächen bei mir lernen Sie, aus ihren alten Konfliktmustern auszusteigen und wieder friedlich miteinander zu sein und einander wirklich zuzuhören und darauf zu achten, wie eigene Wünsche kommuniziert werden.

Da gibt es die Frau, die ihre eigene Lust so sehr verdrängt hat, dass sie selbst der Meinung ist, eigentlich überhaupt keine Lust auf Sex mehr zu haben. Sie steht schon kurz davor, ihrem Mann die Absolution zu erteilen, Sex mit anderen Frauen haben zu dürfen, obwohl das eigentlich gar nicht ihre Einstellung ist. Doch dann merkt sie, dass sie eigentlich auch eine lustvolle Frau ist, die sich und ihre eigenen Wünsche einfach nur zu sehr zurückgenommen hat. Als sie anfängt, sich zu äußern, ihre Bedürfnisse und auch Grenzen auszudrücken, kehrt die Lust auf ihre eigene Lust und die Lust auf ihren Mann zurück.

Da gibt es den Mann, der immer nur der beste Kumpel der Frauen ist, aber einfach nicht als „Traummann“ erkannt wird. Er muss lernen, sich zu zeigen, sich so zu zeigen, wie er ist, und nicht so, wie er meint, dass die Frauen ihn haben möchten. Denn nur wenn er den Frauen zeigt, wie er wirklich ist und welche Kraft in ihm steckt, kann ihn die Frau finden, die ihn so mag wie er wirklich ist.

Da gibt es denn Mann Anfang der Sechzig, der sehnsüchtig danach ist, mit anderen Menschen tiefgehend über Sexualität sprechen zu können. Auch er muss lernen, sein Herz zu öffnen und sich anderen mitzuteilen, auch auf die Gefahr hin, dass er damit vielleicht aneckt. Nur so kann er die Menschen finden, die er sucht.

 

Letztendlich geht es also immer um den Mut der Menschen, sich zu zeigen, wie sie wirklich sind. Denn nur so kann eine Weiterentwicklung geschehen.

Ich wünsche Ihnen für das neue Jahr viel Mut und Leichtigkeit!

Ihre Silke Maschinger