Erinnern Sie sich noch an meinen letzten Rundbrief? Da ging es um das Thema, dass manche „Erotik-Szenen“ glauben, sie hätten besseren oder tieferen Sex. Dies habe ich u.a. auch im Vorwort zu meinem Buch „Spielarten der Lust“ thematisiert. Hier ein kurzer Auszug:

Ich möchte dazu beitragen, dass die Menschen sich mit ihrer eigenen Sexualität entspannen. Dazu gehört, für sich herauszufinden, wie man seine Lust leben möchte. Es gibt keine Vorgabe, die für alle gültig sein kann, denn Sexualität ist so bunt, so vielseitig und variantenreich:
Schnecken lieben sich langsam und ausdauernd. Die Spinnenart Schwarze Witwe frisst das Männchen nach der Paarung, die Bienenkönigin lässt nur eine der Drohnen, die im Bienenstock leben, zum Zuge kommen. Bei den Graugänsen, die allgemein sehr treu sind, gibt es homosexuelle Paare, die zum Zwecke der Fortpflanzung mit  einem Weibchen ein Trio
bilden, das Weibchen trennt sich dann nach der Aufzuchtphase wieder von dem homosexuellen Paar. Der Sex zwischen Katze und Kater ist sehr schmerzhaft, weil der Penis des Katers mit Widerhaken versehen ist.
Vor einigen Tagen ging die Geschichte von zwei schwulen Zebras durch die Medien, die sich ineinander verliebt hatten. Eine andere Geschichte zeugt von der Liebe eines Schwans zu einem Tretboot in Schwanform.
Wenn Sie jetzt erwidern möchten, dass die Menschen ja nichts mit Schnecken oder Graugänsen gemeinsam haben, kann ich Ihnen noch folgendes Beispiel aus dem Affenreich anbieten:
Die Rasse der Bonobos praktiziert Sex mit vielen ihrer Gruppenmitgliedern, und zwar unabhängig von Alter und Geschlecht. Der Sex dient ihnen zur Entspannung und Pflege der sozialen Kontakte. Unter den Männchen finden ebenfalls sexuelle Aktivitäten statt, diese dienen zur Festlegung der Rangstrukturen innerhalb der Sippe. Der Sex geschieht eher nebenbei, durchschnittliche Dauer: 13 Sekunden.
Sie sehen, wie unterschiedlich Sex bei Tieren aussehen kann.
Deswegen mein Rat an Sie: Finden Sie heraus, wer Sie sind, und versuchen Sie nicht, zum Affen zu werden, wenn Sie eigentlich eine Schnecke sind.

Ihre Silke Maschinger

PS: Die Webseite zum Buch lautet www.spielarten-der-lust.de