Im letzten Rundbrief habe ich ja angemerkt, dass die Vielfalt „da draußen“ uns leicht von unserem Inneren ablenkt. Deswegen erhalten Sie hier einmal eine Anregung über sich und Ihre Sexualität nachzudenken.
Aus dem beruflichen Kontext kennen sie es sicherlich, einen Lebenslauf aufzustellen. Aber haben Sie das schon einmal für Ihre Sexualbiografie getan? Ich habe mir diese Übung ausgedacht und schon mehrfach in Seminaren durchgeführt. Es ist wirklich interessant, wie unterschiedlich sich die Sexualität bei den Menschen entwickelt. Bei manchen gleicht die Zufriedenheit mit dem Sex einer eher gleichförmigen Welle, andere sehen eher linear aus, wiederum andere verzeichnen spitze Höhen und Tiefen ihrer Lust.
Man kann darin gut erkennen, nach welchen Mustern sich die Veränderungen im Leben eingefunden haben. Und die Perspektive erweitert sich auf einmal von der Gegenwart bis zu Ihren Wurzeln. Viele der Sorgen und Nöte von damals relativieren sich, oder machen klar, dass in bestimmte Lebensphasen das eine wichtig war, in anderen jedoch etwas ganz anderes. Und vielleicht zeigt sich auch eine Entwicklung auf?
Nehmen Sie sich einfach ein weißes Blatt Papier, am besten quer und zeichnen Sie eine Zeit- und eine Zufriedenheitsachse auf.

sexkurve
Links beginnt Ihr Leben. Oberhalb der horizontalen Linie befindet sich der Bereich für die positive Bewertung, unten der für die negativen Erinnerungen. Markieren Sie das Alter in Jahren, z.B. 10, 20, 30, 40 Jahre.

Jetzt erinnern Sie sich: Wann haben Sie Ihre eigene Lust entdeckt? Bei einigen beginnen die ersten sexuellen Erinnerungen recht früh im Leben, bei anderen eher später.

Wann gab es den ersten Kuss, wann das erste Mal Geschlechtsverkehr? Wann hat sich etwas geändert? Ging die Änderung eher von Ihnen aus oder von einem anderen Menschen? War es eine leichte Entwicklung oder von Widerständen geprägt?
Wie hat sich Ihre Sexualität insgesamt entwickelt? Welche Vorlieben haben sich geändert?

Was fällt besonders auf bei Ihrer ganz persönlichen Kurve? Wie unterscheidet sie sich von der Ihrer möglichen Gesprächspartner? Wo gibt es Gemeinsamkeiten?

Diese und ähnliche Fragen können Sie sich stellen. Je nach Ihrer subjektiven und relativen Empfindung markieren sie diese Erlebnisse und verbinden Sie miteinander. Machen Sie diese Übung erst einmal für sich und wenn Sie möchten, können Sie sie gerne mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin oder Freund/innen besprechen.

Es gibt bei dieser Übung kein Richtig oder Falsch, es soll Sie nur bei der Erinnerung unterstützen und diese kleine „Reise“ visualisieren.

Ich wünsche Ihnen eine anregende Zeit!
Ihre Silke Maschinger