Ich liebe Umfragen… immer wieder gibt es welche, die uns wichtige Erkenntnisse mitteilen wollen.
So gab es vor einigen Tagen mal wieder so eine tolle Schlagzeile: “Dünne Frauen haben besseren Sex”. Wow, dachte ich, das ist ja mal interessant. Beim Lesen der Meldung gab es dann mehr Informationen. Es ging um fettsüchtige Frauen. Die haben innerhalb von einem Jahr 10 Kilogramm Körpergewicht abnehmen sollen. Mithilfe von kalorienreduzierten Mahlzeiten, Körperübungen und: Beckenbodenmuskulaturtrainings. Nach diesem Jahr wurde wie zu Beginn vor der “Behandlung” überprüft, wie gut der Sex war, den die Teilnehmerinnen erlebten. Am Anfang lag der durchschnittliche Wert bei 3,5 (bei einer Skala von 1-5, wobei 5 bedeutet, dass gar kein Sex stattfindet), nach dem Jahr bei 1,4. Es hat sich also etwas verbessert, ganz klar. Aber das liegt meiner Meinung nach daran, dass die Frauen a) mit der Gewichtsreduktion vermutlich ihr Selbstbewusstsein gesteigert haben, und b) dass die Frauen Ihre Beckenbodenmuskulatur trainiert haben. Ich wette, wenn Sie, meine geehrten Leserinnen, regelmäßig diese Muskulatur trainieren würden, würde sich auch etwas bei Ihnen ändern. Auch ohne Gewichtsänderung! Lustigerweise findet man bei t-online eine Schlagzeile “Dicke haben besseren Sex”. Immerhin stammt die Aussage vom Nobelpreisträger James Watson. (Quelle: t-online , weiter: netdoctor) Aber auch hier zweifle ich ein wenig die Beweisführung an. Und vor allem: was heißt “dünn” und was heißt “dick”?

Da gab es dann noch eine andere schöne Untersuchung; im Volksmund sagt man ja immer so schön “Dumm fickt gut”. Dies wurde jetzt sogar wissenschaftlich nachgewiesen: “Wer schlau ist, hat keinen Sex”. (Diese Schlagzeile lässt auf ein aktives Sexleben des Autors schließen 😉 Oder dann doch etwas anderes formuliert: Je mehr Intelligenz, desto weniger Sex. Das behauptet zumindest Jason Malloy. Ob zwei solch komplexe Themen wie Intelligenz und Sexualität so einfach nach “Ursache-Wirkungs-Prinzip” miteinander verknüpft werden kann, wage ich prinzipiell zu bezweifeln. (Quellen: spiegelonline, heise)

Und selbst wenn das alles so stimmt, was Malloy und die anderen herausgefunden haben: was haben wir davon? Können wir unseren IQ ändern? Müssen wir wirklich für besseren Sex abnehmen? Natürlich nicht. Sexlust und Genussfähigkeit hängen nicht von Kg oder IQ oder OpW (Orgasmen pro Woche).

Also: lassen Sie es sich gut gehen!