Samstagabend war ich mal wieder in einer reinen Frauenrunde.
In so einer Runde ist das Risiko, dass DIE Frauen sich dann doch gerne mal gegen DIE Männer wenden, recht hoch (umgekehrt ganz genau so). Das ist eigentlich ein ganz normaler gruppendynamischer Vorgang, dass “ die drinnen“ sich gegen „die draußen“ wenden.
Eigene Anteile am Problem werden leicht übersehen, denn es ist viel leichter, den anderen die Schuld in die Schuhe zu schieben, als sich selbst in Frage zustellen.
Im weiteren Verlauf der Diskussion kam die Runde dann glücklicherweise doch zum Schluss, dass es wichtig sei, dass alle Beteiligten notwendig seien, um eine Lösung herbeizuführen. Das funktioniert natürlich nicht, wenn der eine dem anderen die Schuld zuweist.
Und ganz besonders wichtig: Beide „Parteien“ müssen erkennen, welch Gewinn eine Veränderung für beide bringen könnte.
Da fiel mir mal wieder auf, wie wenig Schuldzuweisungen bringen: „DUbist schuld“ aber auch „ICH bin schuld“ bringt niemanden weiter. Egal, ob es um gesellschaftliche Probleme geht oder um ganz private Konflikte in den Partnerschaften. Schuld zuschieben macht einen selbst komplett handlungsunfähig. Wenn ich mir selbst die Schuld zuschiebe, entlasse ich den anderen aus seiner Verantwortung. Wenn ich dem anderen die ganze Schuld zuschiebe, bleibt mir außer Meckern bzw. noch mehr Meckern nur noch übrig, darauf zu warten, dass das Gegenüber die Schuld anerkennt und sich entscheidet zu handeln. Doch wenn er/sie es nicht tut? Was dann?
Damit Sie selbst wieder handlungsfähig werden, sollten Sie von der Problemfokussierung wegkommen. Richten Sie ihr Augenmerk auf die Lösung: Wo wollen Sie hin? Was brauchen Sie dafür? Was sind Sie bereit zu geben? Was braucht Ihr Partner / Ihre Partnerin, um dorthin zu kommen?
Achten Sie wirklich ganz genau darauf, dass Sie innerlich den „Schuld-Modus“ ab- und den „Lösungsmodus“ einschalten. Das ist ihre ganz eigene Entscheidung, ob Sie wirklich eine gemeinsame Lösung suchen oder doch ihrem Partner/ihrer Partnerin die Schuld in die Schuhe schieben wollen. Denn wie wollen Sie mit jemandem lustvoll tanzen, den der Schuh drückt?